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Kommunikationsstrategie des DED in Krisenregionen

Vor zwei Monaten bin ich für mein Projekt nach Bonn gefahren, um mich mit Herrn Dr. Andreas Schneider zu treffen. Der Regionalleiter für Zentralasien und Südasien war kurz zuvor noch in Afghanistan und konnte mir deshalb einige aktuelle Beispiele für mein Thema nennen.

Inhalt des Video-Interviews: Wir haben uns über Kommunikationsmethoden des DEDs in Afghanistan unterhalten. Vor allem in Bezug auf die afghanische Bevölkerung, die Behörden und Kampagnen. Schneider spricht über die Multiplikatoren und inhaltliche Kommunikationsgrenzen in Afghanistan. Außerdem: Die Bedeutung des Internets in Krisenregionen.

Ein Kommunikationsmodell für mehr Sicherheit

Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) verfolgt eine Kommunikationsstrategie, die die Sicherheit der Mitarbeiter bei Auslandseinsätzen erhöhen soll.


Die Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit. (Foto: InWEnt gGmbH)

Die Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit. Hier werden Entwicklungshelfer für ihre Auslandseinsätze vorbereitet (Foto: InWEnt gGmbH)

Der Deutsche Entwicklungsdienst ist ein Personalentsendedienst, der seit 46 Jahren in verschiedenen Krisengebieten tätig ist. Seine Mitarbeiter sind sozial engagierte und berufserfahrene Fachkräfte auf Zeit, die in den Partnerländern sehr stark mit den Menschen vor Ort zusammenarbeiten. Ein gefährlicher Job, der ein hohes Maß an Sicherheit benötigt. Aus diesem Grund verfolgt der DED ein Kommunikationsmodell, das die Mitarbeiter mehr in das System eines Krisengebiets integrieren soll, um so deren Sicherheit zu verbessern. „Es ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter in das lokale System des jeweiligen Landes integriert werden“, sagt Andreas Schneider, Leiter der Regionalgruppe im Nahen Osten/Zentralasien.

Dafür müssen die Mitarbeiter etwa vor ihrem Auslandeinsatz die Kommunikationsformen für das jeweilige Partnerland kennenlernen. Darunter gehören Fachkurse zur interkulturellen Handlungskompetenz und Kommunikation, entwicklungspolitisch orientierte Landeskunde sowie Alltagsberatung. Die Vorbereitung dauert, je nach Anforderungen des Partnerlandes, vier bis acht Wochen. Die Grundelemente der Vorbereitung bestehen daraus, die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort kennenzulernen. Bei Bedarf kann auch ein intensiver Sprachkurs abgehalten werden. Gute Sprachkenntnisse sind wichtig, denn „um die Arbeit im eigentlichen Projekt besser machen zu können, ist es wichtig, die Landessprache zu beherrschen, die auch der Schlüssel zur Kultur und der Türöffner zu den Menschen ist“, sagt Schneider.

Das Kommunikations-Training findet in Bad Honnef in der Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit statt – einem Trainingszentrum für das Personal der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (InWEnt = Institut für Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) .

Meine ersten Interviews

Am kommenden Dienstag werde ich mich auf den Weg nach Bonn machen, um zwei Interviews zu führen. Von einem Interview zum nächsten zu laufen, kann Stress bedeuten, aber was tut man nicht alles für sein Projekt? Hoffentlich finde ich dabei noch die Gelegenheit, um ein paar persönliche Worte mit meinen Kontaktpersonen wechseln zu können.


Erste Station:
Deutscher Entwicklungsdienst

Meine erste Station wird der DED sein. Dort werde ich mit meiner Neugier und meinen Fragen auf den Leiter der Regionalgruppe Naher Osten/Zentralasien des DED, Dr. Andreas Schneider, treffen. Bereits die Telefonate mit Dr. Schneider sind sehr freundlich und entspannt verlaufen und er zeigte sich sehr an meinem Projekt interessiert. Zufälligerweise habe ich herausgefunden, dass er noch bis vor kurzem in Afghanistan war, was mich natürlich brennend interessiert. Etwas Besseres konnte mir nicht passieren.

Es ist bestimmt interessant zu erfahren, wie der DED mit einer Bevölkerung kommuniziert, von denen rund 90% der Menschen weder lesen noch schreiben können. Wie werden zum Beispiel Kampagnen in Afghanistan den Menschen vermittelt? In wieweit ist die Bevölkerung mit der Welt des Web 2.0 vertraut? In welchem Maße ist das Internet als Kommunikationsmittel in diesem Land verbreitet? Kampagnen oder Kommunikationsstrategien laufen nicht immer einwandfrei - und hierzu möchte ich wissen, welche Schwierigkeiten die Aktivitäten mit sich bringen können.
Natürlich möchte ich noch sehr viel mehr wissen, aber das wird sich sicherlich im Verlauf des Gesprächs entwickeln.


Zweite Station:
Bonner International Center for Conversion

Durch die eng aufeinanderfolgenden Interviews wird der Dienstag relativ stressig, aber schließlich muss sich der Weg von Darmstadt nach Bonn auch lohnen. Der zweite Interviewpartner, der mir Rede und Antwort stehen möchte, heißt Wolf-Christian Paes von der Organisation BICC. Mit dieser Organisation hatten wir im letzten Semester erfolgreich ein Kooperationsprojekt an der Hochschule durchgeführt. Wir konzipierten für BICC eine multimediale Webseite zur Wanderausstellung „Rohstoffe für eine gerechte Welt“ und setzten diese im Internet um. Dazu habe ich ein kurzes Interview mit Herrn Peter J. Croll, Direktor des BICCs, geführt. Nähere Informationen zu diesem Projekt sind im PR-Fundsachenblog zu finden.
Das BICC ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation mit dem Ziel, Frieden und Entwicklung in Krisenregionen zu fördert. Die Organisation ist überwiegend in afrikanischen Ländern, wie zum Beispiel im Südsudan, tätig.

Von Herrn Paes möchte ich erfahren, was notwendig ist, um Frieden in einem fremden Land zu fördern. Ein Land, das hoch gefährlich sein kann und historisch von Kriegen und Aufständen gezeichnet ist. So betreiben z. B. die meisten Menschen in Afrika Selbstjustiz mit Kleinwaffen, die aus der Nachkriegszeit übrig geblieben sind. Ich möchte herausfinden, wie BICC in den Ländern ihre Friedensbotschaft kommuniziert. Gehen die Mitarbeiter von BICC etwa von Haus zu Haus, um Kleinwaffen einzusammeln, um so den Frieden zu fördern? Oder bieten sie Workshops zur Aufklärung der Bevölkerung an?

Beide Gespräche werden sicherlich hoch interessant und spannend sein. Die Interviews werden aufgezeichnet und bald auf diesem Blog zu sehen sein.

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