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Ein Kommunikationsmodell für mehr Sicherheit

Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) verfolgt eine Kommunikationsstrategie, die die Sicherheit der Mitarbeiter bei Auslandseinsätzen erhöhen soll.


Die Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit. (Foto: InWEnt gGmbH)

Die Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit. Hier werden Entwicklungshelfer für ihre Auslandseinsätze vorbereitet (Foto: InWEnt gGmbH)

Der Deutsche Entwicklungsdienst ist ein Personalentsendedienst, der seit 46 Jahren in verschiedenen Krisengebieten tätig ist. Seine Mitarbeiter sind sozial engagierte und berufserfahrene Fachkräfte auf Zeit, die in den Partnerländern sehr stark mit den Menschen vor Ort zusammenarbeiten. Ein gefährlicher Job, der ein hohes Maß an Sicherheit benötigt. Aus diesem Grund verfolgt der DED ein Kommunikationsmodell, das die Mitarbeiter mehr in das System eines Krisengebiets integrieren soll, um so deren Sicherheit zu verbessern. „Es ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter in das lokale System des jeweiligen Landes integriert werden“, sagt Andreas Schneider, Leiter der Regionalgruppe im Nahen Osten/Zentralasien.

Dafür müssen die Mitarbeiter etwa vor ihrem Auslandeinsatz die Kommunikationsformen für das jeweilige Partnerland kennenlernen. Darunter gehören Fachkurse zur interkulturellen Handlungskompetenz und Kommunikation, entwicklungspolitisch orientierte Landeskunde sowie Alltagsberatung. Die Vorbereitung dauert, je nach Anforderungen des Partnerlandes, vier bis acht Wochen. Die Grundelemente der Vorbereitung bestehen daraus, die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort kennenzulernen. Bei Bedarf kann auch ein intensiver Sprachkurs abgehalten werden. Gute Sprachkenntnisse sind wichtig, denn „um die Arbeit im eigentlichen Projekt besser machen zu können, ist es wichtig, die Landessprache zu beherrschen, die auch der Schlüssel zur Kultur und der Türöffner zu den Menschen ist“, sagt Schneider.

Das Kommunikations-Training findet in Bad Honnef in der Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit statt – einem Trainingszentrum für das Personal der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (InWEnt = Institut für Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) .

Friedensjournalismus in Afghanistan

Friedensjournalismus ist ein Projekt des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED), das in Kooperation mit dem Konsortium „Ziviler Friedensdienst“ (ZFD)¹ in Afghanistan ins Leben gerufen wurde. Bei diesem Projekt geht es darum, die journalistischen Tätigkeiten im Land durch den Auf- und Ausbau von konfliktsensibler und konflikttransformativer Medienarbeit herauszuarbeiten. „Das bedeutet, dass über die Berichterstattung keine ethnischen, politischen oder sonstige Konflikte geschürt oder verstärkt werden“, so Dr. Andreas Schneider.

Aufgabe der Entwicklungshelfer ist es dabei, afghanische Journalisten in Form von Trainings und Workshops zu beraten. Diese Beratungen beinhalten u.A. beim staatlichen Radio- und TV-Sender RTA (Radio Television Afghanistan) oder Nichtregierungsorganisationen wie der Mediothek journalistische Programmarbeit zur Rolle von Medien in Konfliktsituationen, wobei Allparteilichkeit und professionelle Distanz für die diese Ausbildung durchführenden Friedensfachkräfte von besonderer Bedeutung sind. „Die Teilnehmer lernen Printmedien, Radio- und Fernsehbeiträge konfliktmindernt im Sinne von Friedensjournalismus zu gestalten“, sagt Schneider.

Die Arbeit des Zivilen Friedensdienstes kann in drei Komponenten aufgeteilt werden:

  • Bildungs- und Versöhnungsarbeit über verschiedene Medien. Darunter fallen zum Beispiel auch Theaterstücke und Musik für den Frieden.
  • Die Stärkung lokaler Konfliktregelungsstrukturen. Dabei versuchen Entwicklungshelfer die Bevölkerung zu sensibilisieren, damit sie verstehen, dass Auseinandersetzungen auch ohne Waffen gelöst werden können.
  • Konfliktberatung „Do-no-harm“ (DNH) für die Entwicklungszusammenarbeit. Das bedeutet, jede Form der Projektarbeit soll konfliktmindernd umgesetzt werden, um über die erwünschten und zu erzielenden Wirkungen keine Konflikte durch die Projektarbeit heraufzubeschwören.

Die Trainer werden auch von Deutsch-Afghanen, die die Workshops in der Landessprache Paschto oder Dari begleiten, unterstützt. Ansonsten unterrichten die Friedensfachkräfte auch direkt in Englisch. Die Workshops finden hauptsächlich in Kabul und drei weiteren Provinzen (Kunduz, Balkh und Badakshan) statt.


¹ Im Konsortium „Ziviler Friedensdienst“ (ZFD) wirken staatliche und nichtstaatliche Träger zusammen, um friedensfördernde Maßnahmen lokaler Trägerorganisationen in Krisenregionen zu unterstützen.

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