Friedensjournalismus in Afghanistan
Friedensjournalismus ist ein Projekt des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED), das in Kooperation mit dem Konsortium „Ziviler Friedensdienst“ (ZFD)¹ in Afghanistan ins Leben gerufen wurde. Bei diesem Projekt geht es darum, die journalistischen Tätigkeiten im Land durch den Auf- und Ausbau von konfliktsensibler und konflikttransformativer Medienarbeit herauszuarbeiten. „Das bedeutet, dass über die Berichterstattung keine ethnischen, politischen oder sonstige Konflikte geschürt oder verstärkt werden“, so Dr. Andreas Schneider.
Aufgabe der Entwicklungshelfer ist es dabei, afghanische Journalisten in Form von Trainings und Workshops zu beraten. Diese Beratungen beinhalten u.A. beim staatlichen Radio- und TV-Sender RTA (Radio Television Afghanistan) oder Nichtregierungsorganisationen wie der Mediothek journalistische Programmarbeit zur Rolle von Medien in Konfliktsituationen, wobei Allparteilichkeit und professionelle Distanz für die diese Ausbildung durchführenden Friedensfachkräfte von besonderer Bedeutung sind. „Die Teilnehmer lernen Printmedien, Radio- und Fernsehbeiträge konfliktmindernt im Sinne von Friedensjournalismus zu gestalten“, sagt Schneider.
Die Arbeit des Zivilen Friedensdienstes kann in drei Komponenten aufgeteilt werden:
- Bildungs- und Versöhnungsarbeit über verschiedene Medien. Darunter fallen zum Beispiel auch Theaterstücke und Musik für den Frieden.
- Die Stärkung lokaler Konfliktregelungsstrukturen. Dabei versuchen Entwicklungshelfer die Bevölkerung zu sensibilisieren, damit sie verstehen, dass Auseinandersetzungen auch ohne Waffen gelöst werden können.
- Konfliktberatung „Do-no-harm“ (DNH) für die Entwicklungszusammenarbeit. Das bedeutet, jede Form der Projektarbeit soll konfliktmindernd umgesetzt werden, um über die erwünschten und zu erzielenden Wirkungen keine Konflikte durch die Projektarbeit heraufzubeschwören.
Die Trainer werden auch von Deutsch-Afghanen, die die Workshops in der Landessprache Paschto oder Dari begleiten, unterstützt. Ansonsten unterrichten die Friedensfachkräfte auch direkt in Englisch. Die Workshops finden hauptsächlich in Kabul und drei weiteren Provinzen (Kunduz, Balkh und Badakshan) statt.
¹ Im Konsortium „Ziviler Friedensdienst“ (ZFD) wirken staatliche und nichtstaatliche Träger zusammen, um friedensfördernde Maßnahmen lokaler Trägerorganisationen in Krisenregionen zu unterstützen.
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