Category: Allgemein

Neues Projekt in Verbindung mit NGO-Communications

Nach einem Jahr Pause melde ich mich zurück!

In den nächsten zwei Wochen bin ich mit CISV auf Sommercamp in Lörrach. CISV ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die unter anderem weltweite Freundschaften zwischen Kindern und Jungendlichen fördert. Während meiner Zeit in Lörrach wird regelmäßig über unsere Aktivitäten auf einem neuen Blog gebloggt. Dafür bin ich überraschenderweise zuständig und freue mich auf viele Leser.

Jedes Jahr finden mehr als 200 nationale und internationale Programme sowie Aktivitäten für Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene in derzeit 62 Mitgliedsländern statt. In Deutschland ist CISV in 10 Städten vertreten. Die Arbeit basiert ausschließlich auf lokale karitative Einrichtungen und ehrenamtlichem Engagement zahlreicher Mitglieder.

Ziel dieser Organisation ist es weltweite Beziehungen mit Toleranz, interkultureller Kommunikation und Friedenserziehung zwischen den Mitgliedern aufzubauen und Vorurteile abzubauen. Breits mit 11 Jahren können Kinder an den Programmen teilenehmen, denn für CISV und IPP sind sie besonders offen und unvoreingenommen für Begegnungen mit Gleichaltrigen aus anderen Kulturen. Für solche Camps werden Staffs/Leader über vier Wochen ausgebildet. Ganz Oben bei diesen Schulungen stehen Engagement, Kooperation und Teamarbeit sowie ein Bewusstsein für Verantwortung. Und eine dieser Staffs bin dieses Jahr ich.

Betterplace bringt Transparenz in den Spendensektor

Das Spendenportal Betterplace.org schlägt eine Vertrauensbrücke zwischen Hilfsorganisationen und Spendern.
Die Webseite von Betterplace.org

Die Webseite von Betterplace.org

Viele Menschen spenden Geld, wenn es um Hunger, Kriege oder Naturkatastrophen geht. Doch die meisten Spender können nicht verfolgen, was mit ihrem Geld genau passiert. Wofür wird es verwendet? Wie viel Geld benötigt das Projekt überhaupt? Diese Fragen sind begründet,  denn Organisationen wie UNICEF oder das Kinderhilfswerk Deutsche Kinderhilfe gerieten in Sachen Transparenz bereits ins Kreuzfeuer der Medien. “Transparenz ist eine Voraussetzung für Glaubwürdigkeit. Und Glaubwürdigkeit wiederum ist das eigentliche Kapital einer NGO, denn nur wenn sie glaubwürdig ist, erhält sie Spenden,” sagt Hans-Peter Fricker, CEO vom WWF in der Schweiz.

Das Spendenportal betterplace.org will  diesem Misstrauen entgegenwirken und bietet den Besuchern der Seite hohe Transparenz in Sachen Projekt und aktueller Spendensituation. Das System ist recht simpel: Betterplace bietet den Hilfsorganisationen auf seiner Internetplattform an, Spendenaufrufe zu Projekten einzutragen. Egal ob Einzelperson, Organisation oder Unternehmen: jeder kann für sein Projekt um Spenden bitten. Als Gegenleistung fordert die gemeinnützige Stiftungs-GmbH Betterplace.org von den Organisationen eine genaue Aufschlüsselung ihrer Verwaltungskosten und detailliertes Feedback über ihre Arbeit. Dabei wird auch geprüft, ob ein Projekt gegen bestehende Gesetze verstößt. Die Nutzer stehen weiterhin unter Eigenverantwortung. Daher unterstürzt Betterplace nur Projekte, die vertrauenswürdig erscheinen. Die Gefahren des Missbrauchs, wie beim herkömmlichen Offline-Spendenverkehr, bleiben bestehen. „Die Internetplattform lebt von einer sich selbst regulierenden Community und durch selektives Netzwerken, das zu Vertrauen führt“, heißt es auf Betterplace.org.
So funktioniert Betterplace.org: Nehmen wir einmal an, eine Hilfsorganisation möchte ein Waisenhaus in Namibia aufbauen. Über Betterplace.org kann sie um Unterstützung bitten. Dafür muss die Organisation das Projekt und einen damit verbundenen Verantwortlichen vorstellen. Dieser Projektverantwortliche muss das Konzept klar, transparent und verständlich darstellen und über den Projektverlauf bzw. die Spendeneinnahmen regelmäßig bloggen. Das Blog sollte nicht nur aus Texten bestehen, sondern auch Bilder und Videos zeigen, damit sich die User ein Bild von der Aktion machen können.

Betterplace.org ermöglicht es also den Usern weltweit zu spenden und zu entscheiden, welches Projekt am sinnvollsten ist. Dabei lässt sich jederzeit nachvollziehen, wo das Geld eingesetzt werden wird und wie viel noch gesammelt werden muss. Ein guter Anreiz für Organisationen, die nicht auf dem Spendenportal zu finden sind, ihr Spendensystem genauso transparent zu machen. Vor allem für jene Organisationen, die vielleicht schon einmal wegen vernachlässigter Transparenz in Kritik geraten sind.

Demnächst auf NGO-Communications

Deutscher Entwicklungsdienst

Vor knapp zwei Monaten war ich in Bonn, um Interviews mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) zu führen und Informationen zu Themen zu sammeln, die sich auf  Krisengebiete spezialisieren - natürlich stark auf die Kommunikationsart der jeweiligen Organisation bezogen. Diese Interviews waren so interessant, dass eine ganze Reihe an Beiträgen daraus folgen wird.

Das DED-Special auf NGO-Communications:

  • Videobeitrag: Der DED im Fokus, begleitet von Dr. Andreas Schneider, Leiter der Regionalgruppe im Nahen Osten und Zentralasien
  • Erörterung: Was unterscheidet DEDs Kommunikationsstrategie von der anderer Organisationen?
  • Interview: Dr. Andreas Schneider spricht über die Anti-Drogen-Kampagne in Afghanistan
  • Beitrag: Projekt “Friedensjournalismus” in Afghanistan in Kooperation mit dem DED
  • Beitrag: Die Blogparade Freiwilliger, die mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BZW) im Programm “Weltwärts” in Entwicklungsländern unterwegs sind und über ihre Erfahrungen bloggen. Das sind junge Menschen, die vom DED vor Ort betreut werden.

Demnächst auf meinem Blog

NGO-Communications hat sich  zwei Wochen zurück gezogen, um  mit  interessanten Themen wieder zu kommen. In der Zeit habe ich etwas geschrieben, einige Interviews geführt und diese passend fürs Web geschnitten. Vorallem das Skype-Interview mit Gerald Czech nach Österreich war sehr spannend. Die Technik hat hier und da mal gestreikt, aber am Ende ist alles glatt gelaufen. Leider habe ich, aber auch Absagen auf meine Anfragen bekommen, wie von Unicef Deutschland. Im Großen und Ganzen, bin ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Demnächst auf meinem Blog zu lesen und zu hören:

  • Blogbeitrag “Testimonials als PR Instrument für NGOs” mit tollen Zitaten von Pressesprechern (Kindernothilfe und Misereor) und das Interview dazu mit Klaus Eck, Kommunikationsexperte und Gründer von PR Blogger

Das Rote Kreuz lädt über Twitter zur Blutspende ein

Heute wollte ich mal wieder twittern und entdeckte dabei, dass Gerald Czech, Webmaster vom Österreichischen Roten Kreuz, über Twitter zum Blutspenden aufruft. Bei Facebook findet sich ein Einladungskalender zur Blutspende an der Bezirksstelle Schwechat in Wien.
Bislang haben sich einige Blutspender bei Facebook in die Anmeldeliste eingetragen und es gibt zwei Kommentare zu lesen. Da die Aktion schon morgen startet, werden sich innerhalb der nächsten Stunden wohl nicht mehr allzu viele angesprochen fühlen. Vor allem, da das Ganze in Wien/Schwechat stattfindet.

Blutspendeaufruf über Twitter

Blutspendeaufruf über Twitter


An sich ist die Twitter- und Facebook-Aktion eine kluge Kommunikationsstrategie. Sie ist günstig, originell, zeitgemäß und kann sich schnell verbreiten. Wie man an diesem Beispiel sieht, können soziale Netzwerke durchaus erfolgreich für die eigenen Interessen einer NGO genutzt werden.

Definition: Was bedeutet der Begriff Nichtregierungsorganisation (NGO)?

Im Namen von NGOs spenden viele Menschen für jene, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind. So stellt sich die Frage, wer diese Organisationen wirklich sind. Welchen rechtlichen Status haben NGOs? Was unterscheidet sie von anderen politischen Akteuren?
Inzwischen gibt es mehr als 2000 Arten von Entwicklungsorganisationen, die jedoch nicht alle ohne Weiteres unter den Begriff NGO eingeordnet werden können.

Die Abkürzung „NGO“ leitet sich aus der englischen Bezeichnung „Non-Governmental Organisation“ ab. Ins Deutsche übersetzt: Nichtregierungsorganisation mit der hierzulande entsprechenden Abkürzung „NRO“. Allerdings hat sich die englische Abkürzung international durchgesetzt – so auch in Deutschland.

Der Ursprung - UNO-Charta

Im Artikel 71 der UNO-Charta, die 1945 verabschiedet wurde, wird der Begriff NGO erstmals erwähnt. Dieser Artikel bevollmächtigt den „Wirtschaft- und Sozialrat“ der UNO (Economic and Social Council – ECOSOC) mit NGOs in Kooperation zu treten. Der Begriff wurde somit erst durch diesen Artikel maßgeblich bekannt. Die Erwähnung in der UNO-Charta gilt als die Geburtsstunde des Begriffs NGO. Seine Verbreitung und Anwendung nimmt seither stetig zu.

Mitte der Neunzigerjahre wuchs die Popularität von NGOs und der Begriff wurde ein anerkanntes Vokabular. Die Abkürzung „NGO“ ist jedoch nur sehr schwer anhand von bestimmten Charakteristika von Organisationen zu präzisieren. Meist wird in der Literatur nur erörtert, was NGOs nicht sind. Der Politikwissenschaftler Peter Willets bezeichnet eine NGO als eine „nicht gewinnorientierte, gewaltfreie, organisierte Gruppe von Menschen, die keine Regierungsfunktion anstrebt.“ In englischsprachiger Literatur lassen sich einige Synonyme für NGOs finden, wie zum Beispiel „Interessengruppe“, „Aktivistenorganisation“, „private Freiwilligenorganisation“ oder „Graswurzelorganisation“.

Das wissenschaftliche Definitionsproblem

Laut den Politikwissenschaftlerinnen Dr. Christiane Frantz und Dr. Kerstin Martens „wird der Begriff NGO auch wegen seiner Tendenz kritisiert, als Sammelbegriff für sämtliche nicht staatliche Organisationen Verwendung zu finden. Damit wird der Terminus NGO zum „catch all“–Begriff bzw. Abfallkorb degradiert“ (Frantz/Martens 2006). Zudem ist der Begriff ungenau und einseitig, da er nur aus der Perspektive von Regierungen hergeleitet wird (Dieter Rucht 1996:31). In manchen Sprachen wird der Begriff sogar negativ übersetzt, beispielsweise im Chinesischen: Hier wird anstatt „Nichtregierungsorganisation“ die Bezeichnung „Anti-Regierungsorganisation“ benutzt.

Die NGO-Gruppen lassen sich sowohl in ihren Aktivitäten, nach Dauer, Größe, Reichweite und Art, als auch nach ihren Hintergründen unterscheiden. Zu den Hintergründen gehören Ideologie, Kultur und der Bezug auf ihren rechtlichen Status (Princen/Finger 1994:6). Der rechtliche Status ist national gesichert, wie zum Beispiel mit einer „gGmbH“ (gemeinnützigen GmbH) in der Bundesrepublik Deutschland, die eine Orientierung ohne Profit voraussetzt. Nationale Regelungen definieren also die Voraussetzungen, die eine NGO im jeweiligen Land zu erfüllen hat.

Das Kürzel NGO impliziert somit einen Sammelbegriff für eine Flut von Akteuren mit den unterschiedlichsten Charakteristiken. Betrachtet man die möglichen Organisationsarten von nationalen NGOs über Ländergrenzen hinaus zu internationalen Dachverbänden, so wird der Unterschied für den internationalen Bereich noch einmal um ein Vielfaches erhöht.

Mögliche Unterscheidungsmerkmale

Der Begriff NGO lässt sich dennoch auf seine grundsätzlichen Betrachtungen reduzieren und auf eine Organisation wie folgt anwenden: NGOs sind Akteure, die durch zivilgesellschaftliche Initiativen zustande gekommen sind. Sie verfolgen nicht-Profit-orientierte Ziele und setzen sich aus zivilen Personen oder Organisationen zusammen. Dennoch haben sie keine staatlichen Mitglieder und stehen auch nicht unter der Kontrolle von Regierungen. Sie haben eine organisatorische Struktur wie zum Beispiel einen Hauptsitz, eine Satzung oder einen festen Stab von Mitarbeitern.

Meine ersten Interviews

Am kommenden Dienstag werde ich mich auf den Weg nach Bonn machen, um zwei Interviews zu führen. Von einem Interview zum nächsten zu laufen, kann Stress bedeuten, aber was tut man nicht alles für sein Projekt? Hoffentlich finde ich dabei noch die Gelegenheit, um ein paar persönliche Worte mit meinen Kontaktpersonen wechseln zu können.


Erste Station:
Deutscher Entwicklungsdienst

Meine erste Station wird der DED sein. Dort werde ich mit meiner Neugier und meinen Fragen auf den Leiter der Regionalgruppe Naher Osten/Zentralasien des DED, Dr. Andreas Schneider, treffen. Bereits die Telefonate mit Dr. Schneider sind sehr freundlich und entspannt verlaufen und er zeigte sich sehr an meinem Projekt interessiert. Zufälligerweise habe ich herausgefunden, dass er noch bis vor kurzem in Afghanistan war, was mich natürlich brennend interessiert. Etwas Besseres konnte mir nicht passieren.

Es ist bestimmt interessant zu erfahren, wie der DED mit einer Bevölkerung kommuniziert, von denen rund 90% der Menschen weder lesen noch schreiben können. Wie werden zum Beispiel Kampagnen in Afghanistan den Menschen vermittelt? In wieweit ist die Bevölkerung mit der Welt des Web 2.0 vertraut? In welchem Maße ist das Internet als Kommunikationsmittel in diesem Land verbreitet? Kampagnen oder Kommunikationsstrategien laufen nicht immer einwandfrei - und hierzu möchte ich wissen, welche Schwierigkeiten die Aktivitäten mit sich bringen können.
Natürlich möchte ich noch sehr viel mehr wissen, aber das wird sich sicherlich im Verlauf des Gesprächs entwickeln.


Zweite Station:
Bonner International Center for Conversion

Durch die eng aufeinanderfolgenden Interviews wird der Dienstag relativ stressig, aber schließlich muss sich der Weg von Darmstadt nach Bonn auch lohnen. Der zweite Interviewpartner, der mir Rede und Antwort stehen möchte, heißt Wolf-Christian Paes von der Organisation BICC. Mit dieser Organisation hatten wir im letzten Semester erfolgreich ein Kooperationsprojekt an der Hochschule durchgeführt. Wir konzipierten für BICC eine multimediale Webseite zur Wanderausstellung „Rohstoffe für eine gerechte Welt“ und setzten diese im Internet um. Dazu habe ich ein kurzes Interview mit Herrn Peter J. Croll, Direktor des BICCs, geführt. Nähere Informationen zu diesem Projekt sind im PR-Fundsachenblog zu finden.
Das BICC ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation mit dem Ziel, Frieden und Entwicklung in Krisenregionen zu fördert. Die Organisation ist überwiegend in afrikanischen Ländern, wie zum Beispiel im Südsudan, tätig.

Von Herrn Paes möchte ich erfahren, was notwendig ist, um Frieden in einem fremden Land zu fördern. Ein Land, das hoch gefährlich sein kann und historisch von Kriegen und Aufständen gezeichnet ist. So betreiben z. B. die meisten Menschen in Afrika Selbstjustiz mit Kleinwaffen, die aus der Nachkriegszeit übrig geblieben sind. Ich möchte herausfinden, wie BICC in den Ländern ihre Friedensbotschaft kommuniziert. Gehen die Mitarbeiter von BICC etwa von Haus zu Haus, um Kleinwaffen einzusammeln, um so den Frieden zu fördern? Oder bieten sie Workshops zur Aufklärung der Bevölkerung an?

Beide Gespräche werden sicherlich hoch interessant und spannend sein. Die Interviews werden aufgezeichnet und bald auf diesem Blog zu sehen sein.

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