Am Freitag hatte ich ein tolles Gespräch mit Klaus Eck, Herausgeber von PR-Blogger. Eck ist seit 15 Jahren im Internet-Business tätig und berät seit neun Jahren Unternehmen im Bereichen Social Marketing und Online Reputation Management. Zu seinen Kunden gehören NGOs, wie etwa Greenpeace und WWF, Schönheitschirurgen oder Hotelbesitzer.
Inhalt des Gesprächs:
Klaus Eck erzählt darüber, welche Rolle Testimonials bei NGOs spielen, wenn sie zum Beispiel in Kampagnen eingesetzt werden. Auch gibt er seine Meinung über neue Geschäftsmodelle, wie das Internetportal betterplace.org Preis, das den Spendern 100 Prozent Transparenz über die Verwendung der Gelder bittet. Ein weiteres Thema ist der zaghafte Umgang von NGOs mit dem Web 2.0. Zum Schluss spricht Klaus Eck über neue Kommunikationstrends. Es war auf jeden Fall spannend!
Part I: Die Rolle der Promis bei NGOs und die Wirkung von Non-Profit-PR
Part II: Das Geschäftsmodell “betterplace.org” und die neuen Trends in der Web 2.0-Welt
Vor knapp zwei Monaten war ich in Bonn, um Interviews mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) zu führen und Informationen zu Themen zu sammeln, die sich auf Krisengebiete spezialisieren - natürlich stark auf die Kommunikationsart der jeweiligen Organisation bezogen. Diese Interviews waren so interessant, dass eine ganze Reihe an Beiträgen daraus folgen wird.
Das DED-Special auf NGO-Communications:
Videobeitrag: Der DED im Fokus, begleitet von Dr. Andreas Schneider, Leiter der Regionalgruppe im Nahen Osten und Zentralasien
Erörterung: Was unterscheidet DEDs Kommunikationsstrategie von der anderer Organisationen?
Interview: Dr. Andreas Schneider spricht über die Anti-Drogen-Kampagne in Afghanistan
Beitrag: Projekt “Friedensjournalismus” in Afghanistan in Kooperation mit dem DED
Beitrag: Die Blogparade Freiwilliger, die mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BZW) im Programm “Weltwärts” in Entwicklungsländern unterwegs sind und über ihre Erfahrungen bloggen. Das sind junge Menschen, die vom DED vor Ort betreut werden.
Neue Medien wie das Web 2.0 gehören zu unserem alltäglichen Leben. MyVideo und YouTube kennt inzwischen jeder internetaffine Nutzer. Profit orientierte Unternehmen und PR-Agenturen setzen zu den Themen Image, Unternehmensvorstellung oder Messen immer häufiger Videos ein. Letztes Jahr machte die Universität Leipzig eine Studie über den Einsatz von Bewegtbildern im Bereich PR und Journalismus. Das Ergebnis zeigt, dass sich PR-Agenturen zwar noch zaghaft mit Videos im Internet beschäftigen, doch das Interesse der Mitarbeiter sehr groß ist. In der Studie wurde auch erörtert, warum Bewegtbilder so selten eingesetzt werden. Meistens wurde hier mit einem zu hohen Produktionsaufwand argumentiert. Die Studie bestätigt, was sich bei der PR-Arbeit von NGOs/NPOs derzeit abzeichnet. Denn bislang setzen die Organisationen nur selten Videos ein. Dabei können Multimediainhalte eine größere Akzeptanz als Texte oder Bilder bei den Zielgruppen erreichen, wie es etwa dieses Video zeigt. Im Fachjargon wird hier von viralem Marketing gesprochen.
NPOs oder NGOs können von Bewegtbildern also durchaus profitieren. Nun stellt sich die Frage, wie wichtig die Organisationen dieses Medium nehmen. Ulrike Schmid befasste sich in ihrem Weblog „Kultur 2.0“ mit genau dieser Frage: Warum werden Bewegtbilder von NPOs eigentlich noch so wenig genutzt? Sie kam zu dem Schluss, dass Internetvideos gerade im Bereich Non Profit zu wenig eingesetzt werden. Dabei hätten vor allem NPOs eine größere Chance ihre Botschaft zu verbreiten, wenn diese audiovisuell ist. „Die Stärke des Mediums liegt doch unter anderem darin, Emotionen zu transportieren und Interesse zu wecken“, schreibt Schmid. So können die Themen von NPOs oder NGOs nicht nur über den eigenen Blog oder die Homepage der jeweiligen Organisation erreicht, sondern auch über Videoportale wie YouTube oder MyVideo im Internet breit gestreut werden.
Dr. Brigitte Reiser vom Weblog „Nonprofits vernetzt“ bezieht sich mit anderen Kernaussagen auf das Thema: NPOs haben ihrer Meinung nach mit professionell erstellten Videos kein inhaltliches Problem, sondern lediglich ein finanzielles. Den Mangel an Bewegtbildern im Bereich Non Profit begründet sie mit der chronischen Unterfinanzierung von NPOs.
Doch ist ein knappes Budget ein Argument für den Verzicht auf Video-Promotion? Immerhin ist es nicht teuer, ein (Amateur-)Video zu erstellen – sofern ein Schnittprogramm und das nötige Know–how vorhanden sind. Ich persönlich sehe das Problem eher im Zeitaufwand und dem notwendigen Technik-Verständnis. Im Internet gibt es inzwischen günstige oder sogar kostenlose Programme, mit denen sich Videos erstellen lassen. Ein gutes Video zu schneiden bedeutet also nicht gleichzeitig, dass viel Geld in die Hand genommen werden muss, sondern eher viel Zeit und Geduld. Der einzige Punkt, dem das Budget nicht Stand halten könnte, wäre eine Videoschnitt-Schulung für die Mitarbeiter von NGOs/NPOs.
Jedoch sind nicht alle der Meinung, dass Internetvideos das idealste Medium zur Interessensverbreitung ist. Gerald Czech vom Roten Kreuz in Österreich ist hier beispielsweise anderer Meinung. In seinem Blogbeitrag bei „Redcross Sociologist“ nennt auch er Zeit und Technik als Probleme, fügt jedoch hinzu, dass Videos im Vergleich zu Fotos auf Kompatibilitätsprobleme stoßen können. Etwa dann, wenn der Browser veraltet ist oder ihm schlichtweg das nötige Plugin fehlt.
Czech weist auch auf einen weiteren sehr wichtigen Aspekt hin: die Zielgruppe. Wenn eine Organisation die Zielgruppe nicht richtig definiert, haben selbst die professionellsten Videos nur eine geringe Chance, die Botschaft richtig zu übermitteln. Laut Czech sollte man sich im Klaren sein, was kommuniziert werden soll – und an wen. Zudem ist er der Meinung, dass Texte die wichtigsten Informationen leichter vermitteln können als Videos. Außerdem erwähnt Czech noch, dass Bildmaterial-Elemente genauso wie Texte und Videos in adäquatem Verhältnis zueinander stehen und als integrale Bestandteile im Kommunikationsmix eingesetzt werden sollten. Anhand der Zielgruppe müsse entschieden werden, in welchem Umfang Videoproduktionen zum Einsatz kommen können.
Bewegtbilder haben neben dem reinen Informationstransport einen entscheidenden Vorteil: Sie können einen gezielten viralen Effekt (Beispielvideo) in den Köpfen auslösen und beispielsweise bestimmte Emotionen hervorrufen. Die Videoqualität ist dabei nicht unbedingt wichtig. Wird das produzierte Video zudem auf Videoportale hochgeladen, lässt sich ohne großen Mehraufwand die Reichweite erhöhen. Non-Profit-Organisationen mit langer Geschäftserfahrung könnten ihr angeeignetes Zielgruppen-Wissen einsetzen, um ihre Botschaften nachhaltiger zu transportieren. So weiß der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) beispielsweise, dass in Ländern wie Afghanistan etwa 90 Prozent der Bevölkerung Analphabeten sind. Text-Kampagnen wären hier unpassend.
NGO-Communications hat sich zwei Wochen zurück gezogen, um mit interessanten Themen wieder zu kommen. In der Zeit habe ich etwas geschrieben, einige Interviews geführt und diese passend fürs Web geschnitten. Vorallem das Skype-Interview mit Gerald Czech nach Österreich war sehr spannend. Die Technik hat hier und da mal gestreikt, aber am Ende ist alles glatt gelaufen. Leider habe ich, aber auch Absagen auf meine Anfragen bekommen, wie von Unicef Deutschland. Im Großen und Ganzen, bin ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden.
Blogbeitrag “Testimonials als PR Instrument für NGOs” mit tollen Zitaten von Pressesprechern (Kindernothilfe und Misereor) und das Interview dazu mit Klaus Eck, Kommunikationsexperte und Gründer von PR Blogger
Heute wollte ich mal wieder twittern und entdeckte dabei, dass Gerald Czech, Webmaster vom Österreichischen Roten Kreuz, über Twitter zum Blutspenden aufruft. Bei Facebook findet sich ein Einladungskalender zur Blutspende an der Bezirksstelle Schwechat in Wien.
Bislang haben sich einige Blutspender bei Facebook in die Anmeldeliste eingetragen und es gibt zwei Kommentare zu lesen. Da die Aktion schon morgen startet, werden sich innerhalb der nächsten Stunden wohl nicht mehr allzu viele angesprochen fühlen. Vor allem, da das Ganze in Wien/Schwechat stattfindet.
Blutspendeaufruf über Twitter
An sich ist die Twitter- und Facebook-Aktion eine kluge Kommunikationsstrategie. Sie ist günstig, originell, zeitgemäß und kann sich schnell verbreiten. Wie man an diesem Beispiel sieht, können soziale Netzwerke durchaus erfolgreich für die eigenen Interessen einer NGO genutzt werden.
Am kommenden Dienstag werde ich mich auf den Weg nach Bonn machen, um zwei Interviews zu führen. Von einem Interview zum nächsten zu laufen, kann Stress bedeuten, aber was tut man nicht alles für sein Projekt? Hoffentlich finde ich dabei noch die Gelegenheit, um ein paar persönliche Worte mit meinen Kontaktpersonen wechseln zu können.
Meine erste Station wird der DED sein. Dort werde ich mit meiner Neugier und meinen Fragen auf den Leiter der Regionalgruppe Naher Osten/Zentralasien des DED, Dr. Andreas Schneider, treffen. Bereits die Telefonate mit Dr. Schneider sind sehr freundlich und entspannt verlaufen und er zeigte sich sehr an meinem Projekt interessiert. Zufälligerweise habe ich herausgefunden, dass er noch bis vor kurzem in Afghanistan war, was mich natürlich brennend interessiert. Etwas Besseres konnte mir nicht passieren.
Es ist bestimmt interessant zu erfahren, wie der DED mit einer Bevölkerung kommuniziert, von denen rund 90% der Menschen weder lesen noch schreiben können. Wie werden zum Beispiel Kampagnen in Afghanistan den Menschen vermittelt? In wieweit ist die Bevölkerung mit der Welt des Web 2.0 vertraut? In welchem Maße ist das Internet als Kommunikationsmittel in diesem Land verbreitet? Kampagnen oder Kommunikationsstrategien laufen nicht immer einwandfrei - und hierzu möchte ich wissen, welche Schwierigkeiten die Aktivitäten mit sich bringen können.
Natürlich möchte ich noch sehr viel mehr wissen, aber das wird sich sicherlich im Verlauf des Gesprächs entwickeln.
Durch die eng aufeinanderfolgenden Interviews wird der Dienstag relativ stressig, aber schließlich muss sich der Weg von Darmstadt nach Bonn auch lohnen. Der zweite Interviewpartner, der mir Rede und Antwort stehen möchte, heißt Wolf-Christian Paes von der Organisation BICC. Mit dieser Organisation hatten wir im letzten Semester erfolgreich ein Kooperationsprojekt an der Hochschule durchgeführt. Wir konzipierten für BICC eine multimediale Webseite zur Wanderausstellung „Rohstoffe für eine gerechte Welt“ und setzten diese im Internet um. Dazu habe ich ein kurzes Interview mit Herrn Peter J. Croll, Direktor des BICCs, geführt. Nähere Informationen zu diesem Projekt sind im PR-Fundsachenblog zu finden.
Das BICC ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation mit dem Ziel, Frieden und Entwicklung in Krisenregionen zu fördert. Die Organisation ist überwiegend in afrikanischen Ländern, wie zum Beispiel im Südsudan, tätig.
Von Herrn Paes möchte ich erfahren, was notwendig ist, um Frieden in einem fremden Land zu fördern. Ein Land, das hoch gefährlich sein kann und historisch von Kriegen und Aufständen gezeichnet ist. So betreiben z. B. die meisten Menschen in Afrika Selbstjustiz mit Kleinwaffen, die aus der Nachkriegszeit übrig geblieben sind. Ich möchte herausfinden, wie BICC in den Ländern ihre Friedensbotschaft kommuniziert. Gehen die Mitarbeiter von BICC etwa von Haus zu Haus, um Kleinwaffen einzusammeln, um so den Frieden zu fördern? Oder bieten sie Workshops zur Aufklärung der Bevölkerung an?
Beide Gespräche werden sicherlich hoch interessant und spannend sein. Die Interviews werden aufgezeichnet und bald auf diesem Blog zu sehen sein.
Im Jahre 2008 starben weltweit insgesamt 2390 Menschen durch Exekutionen und 8864 Menschen wurden zum Tode verurteilt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International veröffentlichte heute im Jahresbericht 2008 die weltweiten Hinrichtungszahlen. Demnach gehen 1718 Hinrichtungen auf das Konto der Volksrepublik China. Die tatsächliche Zahl der Exekutionen soll jedoch weiter nach oben korrigiert werden.
Laut Amnesty International reduziert sich die Todesstrafe weltweit nach unten. Inzwischen haben 138 Länder per Gesetz diese Strafe abgesetzt. Zuletzt haben sich im letzten Jahr Argentinien und Usbekistan gegen die Todesstrafe entschieden und diese aus den Gesetzbüchern verbannt.
„Die Welt rückt näher in Richtung weltweiter Abschaffung“ sagte Oliver Hendrich, Anti-Todesstrafen-Experte bei Amnesty International in Deutschland. „Doch jede Hinrichtung ist eine zu viel und noch sprechen zu viele Staaten, oft nach unfairen Strafprozessen, Todesurteile aus.“
59 Länder praktizieren die Todesstrafe trotz zahlreicher Gegenkampagnen und dem Druck der Menschenrechtsorganisationen weiter.
Amnesty International ist eine Menschenrechtsorganisation, die sich für die Rechte von Menschen weltweit einsetzt.