Das Spendenportal Betterplace.org schlägt eine Vertrauensbrücke zwischen Hilfsorganisationen und Spendern.

Die Webseite von Betterplace.org
Viele Menschen spenden Geld, wenn es um Hunger, Kriege oder Naturkatastrophen geht. Doch die meisten Spender können nicht verfolgen, was mit ihrem Geld genau passiert. Wofür wird es verwendet? Wie viel Geld benötigt das Projekt überhaupt? Diese Fragen sind begründet, denn Organisationen wie UNICEF oder das Kinderhilfswerk Deutsche Kinderhilfe gerieten in Sachen Transparenz bereits ins Kreuzfeuer der Medien. “Transparenz ist eine Voraussetzung für Glaubwürdigkeit. Und Glaubwürdigkeit wiederum ist das eigentliche Kapital einer NGO, denn nur wenn sie glaubwürdig ist, erhält sie Spenden,” sagt Hans-Peter Fricker, CEO vom WWF in der Schweiz.
Das Spendenportal
betterplace.org will diesem Misstrauen entgegenwirken und bietet den Besuchern der Seite hohe Transparenz in Sachen Projekt und aktueller Spendensituation. Das System ist recht simpel: Betterplace bietet den Hilfsorganisationen auf seiner Internetplattform an, Spendenaufrufe zu Projekten einzutragen. Egal ob Einzelperson, Organisation oder Unternehmen: jeder kann für sein Projekt um Spenden bitten. Als Gegenleistung fordert die gemeinnützige Stiftungs-GmbH Betterplace.org von den Organisationen eine genaue Aufschlüsselung ihrer Verwaltungskosten und detailliertes Feedback über ihre Arbeit. Dabei wird auch geprüft, ob ein Projekt gegen bestehende Gesetze verstößt. Die Nutzer stehen weiterhin unter Eigenverantwortung. Daher unterstürzt Betterplace nur Projekte, die vertrauenswürdig erscheinen. Die Gefahren des Missbrauchs, wie beim herkömmlichen Offline-Spendenverkehr, bleiben bestehen.
„Die Internetplattform lebt von einer sich selbst regulierenden Community und durch selektives Netzwerken, das zu Vertrauen führt“, heißt es auf Betterplace.org.
So funktioniert Betterplace.org: Nehmen wir einmal an, eine Hilfsorganisation möchte ein Waisenhaus in Namibia aufbauen. Über Betterplace.org kann sie um Unterstützung bitten. Dafür muss die Organisation das Projekt und einen damit verbundenen Verantwortlichen vorstellen. Dieser Projektverantwortliche muss das Konzept klar, transparent und verständlich darstellen und
über den Projektverlauf bzw. die Spendeneinnahmen regelmäßig bloggen. Das Blog sollte nicht nur aus Texten bestehen, sondern auch Bilder und Videos zeigen, damit sich die User ein Bild von der Aktion machen können.
Betterplace.org ermöglicht es also den Usern weltweit zu spenden und zu entscheiden, welches Projekt am sinnvollsten ist. Dabei lässt sich jederzeit nachvollziehen, wo das Geld eingesetzt werden wird und wie viel noch gesammelt werden muss. Ein guter Anreiz für Organisationen, die nicht auf dem Spendenportal zu finden sind, ihr Spendensystem genauso transparent zu machen. Vor allem für jene Organisationen, die vielleicht schon einmal wegen vernachlässigter Transparenz in Kritik geraten sind.
By Hannes Jähnert, 5. Juni 2009 @ 09:21
Hallo Sudabah, dein Blogpost hat mich gleich mal an den Neun Punkte Plan für mehr Transparenz internationale NPOs erinnert. Dort steht ja eigentlich auch drin, dass sie mehr Transparenz wagen wollen *grins
By Jörg Reschke, 6. Juni 2009 @ 06:30
Sehr geehrte Frau Djamshedzad,
Sie weisen auf Kritik der Medien an der Transparenz von UNICEF und ‘Kinderhilfswerk’ hin. Meinen Sie das Deutsche Kinderhilfswerk? Der folgende Hinweis auf den Presse-Artikel enthielt leider keine genauere Angaben, welche Kritik Sie an der Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Kinderhilfswerkes haben. Gerne würde ich mich hierzu näher mit Ihnen austauschen und einen Dialog beginnen. Über XING habe ich Ihnen bereits eine Nachricht geschrieben.
Mit freundlichen Grüßen,
Jörg Reschke vom Deutschen Kinderhilfswerk
By Jörg Reschke, 6. Juni 2009 @ 06:34
Achso, an der Stelle sei mir der Hinweis erlaubt, dass wir betterplace.org auch für unsere Informationsarbeit und Spendengewinnung verwenden. Hier einige Beispiele:
Sicherheit für Kinder im Netz - http://de.betterplace.org/projects/146
Kinderrechte-Teams - http://de.betterplace.org/projects/103
Bewegungsbaustelle - http://de.betterplace.org/projects/104
Ein gefüllter Schulranzen für alle Kinder - http://de.betterplace.org/projects/102
Mit freundlichen Grüßen,
Jörg Reschke vom Deutschen Kinderhilfswerk
By Sudabah, 11. Juni 2009 @ 21:16
Hallo Hannes,
ich habe mir die PDF datei angeschaut, echt interessante Aspekte!
Besonders Punkt 7 und 8 wären Punkte, die ich näher untersuchen könnte. Aber leider ist die Diplomphase vorbei. Vielleicht nach der Prüfung..Danke
7.Wir wollen mehr und bessere Informationen über die Arbeit der
Hilfsorganisationen: Spender haben ein Recht auf Klarheit
Wir werden Spender und die Öffentlichkeit allgemein noch intensiver und transparenter als
bisher über die eigene Arbeit informieren – und zwar sowohl über die Projektarbeit als auch
über den Einsatz der Gelder für Verwaltungsaufwand und Spendenwerbung (wie zum Beispiel
bei den neuen DZI-Vorgaben für die Erstellung von Jahresberichten). Wir dokumentieren Erfolge
und – stärker als bisher – auch Misserfolge und machen sie öffentlich!
8. Wir wollen mehr Ehrlichkeit in der Kommunikation der Hilfsorganisationen:
Ohne Werbung keine Hilfe
Wir informieren Spender und Öffentlichkeit aktiv und kontinuierlich darüber, dass gute
Projektarbeit, gutes internes Management und Spendenwerbung Geld kosten und dieses
Geld aus Spendenmitteln aufgebracht wird. Spendenwerbung ist unverzichtbar, denn ohne
sie gäbe es erheblich weniger Geld für Hilfsprojekte. Unredliche „Versprechen“ wie etwa
eine 100-prozentige Mittelweiterleitung in die Projekte sind kritisch zu hinterfragen.
By Sudabah, 11. Juni 2009 @ 21:32
Hallo Herr Reschke,
danke für Ihren Hinweis auf die Unterschiede der ‘Kinderhilfswerk’ Organisationen. Generell ging es mir in dem verlinkten Artikel um ein Beispiel von Kritik an Transparenz in den Medien. Der Artikel bezieht sich auf das ‘Kinderhilfswerk’ (siehe letzten Absatz), wobei es sich hierbei nur um die UNICEF selbst handelt, die sich auch häufig selbst als ‘Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen’ (http://www.unicef.de/ueberunicef.html) bezeichnet, was aber aus dem Artikel nicht eindeutig hervorgeht.
Ich hoffe, dass ich durch den Durchstrich im Text, zukünftig eine Verwechslung vermeiden kann.
Danke nochmal für den Hinweis.
Gruß,
Sudabah